Nach zwei sehr stressigen Tagen im Buero (Dienstag und Mittwoch) ist es endlich soweit. Es geht nach Tasmanien, dem südlichsten Bundesstaat von Australien.
Eigentlich habe ich keinen Drang nach Tasmanien gehabt. Die Aussicht auf norddeutsche Wetterbedingungen haben meine Reisepläne beeinflusst.
Tasmanien war eigentlich seit Jahrzehnten mein Traum! Noch abgelegener als Australien war es in meiner Vorstellung die Steigerung des Kontinents Australien. Zwei Bücher haben mich dabei über die Jahre sehr beeinflusst. Sally Farrell Odgers Buch “Tasmanien – Australiens Grünes Paradies” und “In Tasmanien” von Nicholas Shakespeare. Beide habe ich verschlungen und meine Gedanken waren bei den unberührten Teilen der riesigen Nationalparks.
So habe ich auch gleich meinen Kollegen damit überfallen, doch nach dem Tasmanischen Tiger, einem ausgestorbenen Beuteltier, zu suchen, sollte Zeit dafür sein. Mir scheint, als glauben fast alle Tasmanier, dass es dieses ausgestorbene Beuteltier doch noch irgendwo in den riesigen Wäldern gibt. Angeblich werden hin und wieder Spuren gesichtet. Leider befinden sich alle unsere Kunden in den zivilisierten Teilen Tasmaniens.
In Melbourne wie auch im gesamten Land gelten Tasmanier (Tassies) als hinterwäldlerische, eigenartige Menschen. Sie haben ein ähnliches Image wie die Neufundländer in den USA oder die Ostfriesen und Fehmaraner in Deutschland.
Alle diese Vorurteile sollten sich als falsch erweisen. Die Menschen leben ein entspannteres Leben . Sie sind sehr freundlich und gut gelaunte Menschen. Man sieht viele Menschen, die alternativ leben – in den entsprechenden Häusern. Ein bisschen hat es mich an La Gomera, eine der kanarischen Inseln, erinnert. Viele Aussteiger aus Deutschland versuchen dort ein Leben losgelöst vom üblichen Streben und Gehechel zu führen. Scheinbar kennen sie sich auch alle untereinander. Mein Kollege grüßt viele entgegenkommende Autos. Mittags treffen wir zufällig seinen Onkel in einem Imbiss.
Die Landschaft könnte schöner nicht sein. Zwar haben wir nur den nördlichen Teil der Insel zwischen Launceston und Burnie bereist, aber der Eindruck ist bleibend. Man könnte sagen, dass ein ein etwas wärmeres Schleswig-Holstein ist. Sanfte Hügel mit Knicks und kleinen Wäldchen, grüne Wiesen, die sanft zum Meer auslaufen. Aus meiner Sicht kommt die Landschaft zwischen Eckernförde, Schleswig und Kappeln – dieser Landstrich heißt Schwansen – meinem ersten Eindruck von Tasmanien am nächsten. Die Silhouetten der hohen Berge im Süden passen dazu allerdings nicht, auch die vielen Felder mit Mohn sehen fremd aus. Die Holzindustrie ist eine der stärksten in Tasmanien, dementsprechend sieht man überall gerodete
Gebiete und frisch aufgeforstete “Wäldchen”. Die meisten Laster auf den Straßen Tasmaniens sind Holztransporter, auf dem Weg zu einer der zahlreichen Papiermuehlen auf der Insel.
Alle Kollegen haben mich vor Launceston gewarnt. Es sei das letzte Loch, nix los, hässlich und winzig klein. Alles ist falsch! Natürlich kann man es nicht mit Melbourne vergleichen. Aber es ist eine hübsche Kleinstadt, die alles bietet, was man zum Leben braucht.
Der Flug ist eine kleine Enttäuschung. Ich habe extra einen Sitz im Flieger hinten rechts gewählt, um während des Fluges King Island zu sehen und zu fotografieren. Aber es ist sehr dunstig, so dass ich nichts sehen kann. Hätte ich hingegen die linke Seite des Fliegers gewählt, so hätte ich unser Haus und die Kuestenlinie von Melbournes südlichen Vororten an der Port Philip Bay sehen können.
Unsere Tour ist sehr erfolgreich, wir besuchen in 2 Tagen 8 Kunden, pflegen und schaffen neue Kontakte. Wir sind sehr zuversichtlich für 2010.
Am Donnerstag abend bin ich gegen 19.00 Uhr im Hotel. Schnell lade ich das Gepäck ab und starte eine kleine Rundtour zu Fuß. Die Bewegung tut gut, nachdem ich den ganzen Tag mehr oder weniger gesessen habe – entweder auf dem Beifahrersitz oder beim Kunden. 



Der Stadtrundgang – ich folge einer vorgeschlagenen Route, die im Hotel ausliegt – bringt mich an den Stadtrand zur Cataract Gorge, ein tiefes Tal, das durch den Esk River enstanden ist. Tolle Aussichten und wunderschoene Natur (Wallabys und viele Vögel) machen diesen Spaziergang zu einem ganz besonderen Erlebnis. Gruppen von Bergsteigern trainieren an den steilen Felsen. Ich komme in die Dämmerung und bin erst gegen 21.15 Uhr zurück.
Dies ist meine Abendtour:




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Der Freitag ist wolkenverhangen und regnerisch. Da der Regen aber warm ist und die Außentemperaturen um die 20 Grad liegen, stört es uns wenig. Leider führt das schlechte Wetter zu Verspätungen. Anstatt 17.05 Uhr hebt mein Flieger erst gegen 18.00 Uhr ab. In Melbourne ist sehr schlechtes Wetter, es regnet in Strömen. Gerlinde braucht lange, um zum Flughafen zu kommen, der Verkehr ist extrem zäh.
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